Die Iah-Jacke

Kennt ihr #disneybound? In Disneyland darf man sich nicht verkleiden, aber man kann sich einen Charakter aussuchen und sich so anziehen, dass man ihn anhand von Farben, Mustern oder Accessoires erkennt. Das mal zu googlen kann ich nur empfehlen, es gibt sehr kreative Ideen zu diesem Thema.

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Screenshot: Google Bildersuche

Wieso ich das erzähle? Weil ich wieder nach Disneyland fahre! Kommende Woche geht es für drei Tage nach Paris und natürlich will ich mich auch wieder passend anziehen. Dass es November ist und das Wetter potentiell nicht so großartig sein wird, erschwert das allerdings etwas. Außerdem habe ich meinen Freund gebeten, mir einen Charakter auszusuchen, statt mir selbst etwas auszudenken. Das hat er dann allerdings perfekt gemacht und sich für Iah aus Winnie Pooh entschieden. Das ist der traurige, graue Esel mit dem Ansteckschwänzchen – wie ich finde, die perfekte Wahl. Denn innerhalb von Sekunden wusste ich, dass ich gerne einen grauen Mantel mit rosa Accessoires tragen möchte, was auch noch hervorragend zu möglichem Novemberwetter passt. Damit stand fest: ich nähe mir meinen ersten Mantel.

Nach Schnittmustern habe ich bei Makerist gesucht und bin bei der Oversize-Jacke von Schnipp Schnapp Schnittmuster fündig geworden. Die Jacke ist denkbar einfach herzustellen, ich musste mir nur anlesen, wie man ein Futter einnäht, denn darauf wollte ich auf keinen Fall verzichten.

Als Außenstoff habe ich einen hellgrau melierten Wollfilz von Stoff und Stil und für das Futter einen dunkelpinken Satin gekauft – einen wirklich PINKEN Satin! Gemäß der Angabe habe ich je drei Meter gekauft, was viel zu viel war, ich wäre vermutlich mit zwei Metern gut hingekommen.

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Satin in dunkelpink und Wollfilz in hellgrau melange

Wie fast immer habe ich kein Probestück genäht, sondern mich direkt an den Zuschnitt gewagt. Da die Jacke übergroß ist, dachte ich mir, dass schrittweise wegnehmen ausreichend ist und das hat auch gut geklappt. Letzten Endes habe ich nur die Ärmel gekürzt sowie an den beiden Vorderseiten je ca. 10 cm weggenommen bzw. anstelle eines Belegs umgeklappt.

Nach dem Zusammennähen von Rücken und Vorderteilen habe ich die Taschen aufgesetzt, die ich ebenfalls gefüttert habe. Leider ist eine der Taschen 2 cm weiter weg vom Reißverschluss als die andere, was ich sehr störend finde, so dass ich eine vermutlich nochmal abtrennen und neu aufnähen werde.

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Füttern der Taschen, wozu ich mich entschlossen habe, nachdem ich dein Eingriff schon umgenäht hatte. Das Futter ist von Hand eingenäht.

Laut Schnittmuster soll man erst die Ärmel ansetzten und dann Ärmel- und Seitennaht in einem schließen, was ich überlesen habe (wobei ich eh kaum nach der Anleitung gearbeitet habe). Die Ärmel einzusetzen war aber auch so einfach. Die Überlänge der Ärmel, mehr als 10 cm pro Arm, habe ich umgeschlagen und daran später das Futter befestigt, so dass es nicht rausrutschen kann.

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Ärmelfutter im Detail. Wie herrlich Mantel und Teppichboden miteinander verschmelzen…

Bevor ich die Kapuze angenäht habe, habe ich sie zuerst gefüttert. Das sah dank des spektakulären Futters super aus, aber das Futter hat nicht richtig gepasst, so dass sich die Kapuze immer verzogen hat. Außerdem ist der Futterstoff so glatt, dass sie mir immer vom Kopf gerutscht ist. Also habe ich, nachdem die Jacke schon fertig war, das Futter wieder rausgetrennt. Um nicht alle Nähte öffnen zu  müssen, habe ich dann die Naht mit einem schmalen Band aus Futter versteckt. So hat man einen hübschen Farbakzent, aber die Kapuze verzieht sich nicht und sitzt prima.

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Kein Schrägband, sondern ein nur ein doppelt gefalteter Streifen Stoff, von Hand eingenäht, damit die Nähte außen unsichtbar sind.

Das Futter war dann die eigentliche Herausforderung. Ich habe mir ein bisschen was angelesen, ein Video geguckt und dann einfach losgelegt (meine bevorzugte Herangehensweise…). Die gefütterte Kapuze, Jacke und Futter wurden am Halsausschnitt zusammengenäht. Dann habe ich die Ärmel eingenäht, so dass das Futter an den umgeschlagenen Außenstoff trifft. So ist das Futter an den Ärmelöffnungen nicht sichtbar und hat gleichzeitig genug Spielraum, um den Ärmel nicht nach oben zu ziehen. Nachdem ich kleine Schulterpolster eingenäht habe, damit die Schultern besser sitzen, habe ich das Futter dort noch mit ein paar Handstichen fixiert, weil ich dachte, dass es sonst zu sehr verrutscht. Zum Schluss habe ich das Futter entlang der Vorderseiten angenäht. Eine Seite ist herrlich glatt geworden, die andere ist etwas schief, aber hey, es ist das Innenfutter, das sieht kein Mensch.

In Nachhinein finde ich, dass ich am Reißverschluss auf jeden Fall Belege hätte nähen sollen. Das hätte mir die Arbeit sehr erleichtert und der Reißverschluss wäre von innen umschlossen, statt wie jetzt aufgesetzt zu sein. Ich besitze eine gekaufte Jacke, in der der Reißverschluss auch nur aufgesetzt ist, was mich inspiriert hat, aber ein Beleg hätte verhindert, dass meine Seiten ungleichmäßig werden – was sie jetzt sind, deshalb sitzt auch eine Tasche falsch. Auf dem Bild oben kann man gut sehen, dass der Umschlag des grauen Stoffes nicht gleichmäßig ist, was sich natürlich auf der Außenseite auch zeigt, dabei handelt es sich nur um eine Differenz von 2 cm!

Als letzten Schritt habe ich den Saum umgenäht und das Futter fixiert. Obwohl ich der Meinung war, dass das Futter genug Spiel hat, zieht es den Mantelsaum an zwei Stellen etwas schief, was ich aber versucht habe, wegzubügeln.

Kapuze, Reißverschluss, Ärmel und Saum haben eine Ziernaht bekommen.

Als alles fertig war, habe ich , wie schon erwähnt,  das Futter der Kapuze wieder raus genommen, weshalb das Futter am Halsausschnitt jetzt von Hand angenäht ist.

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Das Endergebnis – sie hat bereits viele Komplimente eingeholt und wird von mir innig geliebt!

Insgesamt mag ich meine neue Jacke sehr gerne. Sie hat diverse Fehler, die ich zumindest teilweise noch korrigieren werde, aber vor allem habe ich wieder sehr viel gelernt. Zum Beispiel wäre ein Bügelvlies hinter dem Reißverschluss eine gute Idee gewesen, dann hätte die Jacke mehr  Stabilität.

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Bonusfoto – wenn nach stundenlanger Arbeit der Mülleimer voll ist, fliegen die Reste halt kreuz und quer. Aufgeräumt habe ich dann am nächsten Tag!

Ich hoffe, dass ich in Disneyland ein paar hübsche Fotos mit meinem #disneybound-Outfit machen kann!

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Crafty

Mein letzter Eintrag hat mich inspiriert, mal nach Bildern meiner alten Kreationen zu suchen und da habe ich wirklich ein bisschen was gefunden. Es folgt ein bilderlastiger Beitrag mit vielen schlechten alten Handyfotos… Viel Spaß!

My last post inspired me to go hunt for some old pictures of the stuff I made. Here are a lot of pictures, mainly in bad qualitity but hopefully still inspiring.

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Das Beste zuerst: das ist kein Schnitzel. Einem Kollegen haben wir einen Gutschein zum Schnitzelessen und anschließendem Bowling geschenkt. Die Karte hat die Form eines Bowlingpins und war innen entsprechend angemalt. Das Äußere dagegen habe ich mit Leim und Sägespänen paniert. Serviert mit Pommes und der entsprechenden Dekoration war es auf dem Teller kaum von einem echten Schnitzel zu unterscheiden. Außer das echte Schnitzel meistens nicht so sehr nach Kleber riechen…

My best piece comes first: this is not a Schnitzel. We gave a colleague a voucher for a Schnitzel dinner and bowling afterwards for his birthday. The voucher was shaped like a bowling pin and looked the part when opened. The outside was breaded in saw dust and glue. We served it along with French fries and the classic decorations and it pretty much looked like the real thing! Except that most Schnitzel don’t smell like glue as this one did…

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Eine Drehscheibe, die das eigentliche Geschenk erst bestimmt. Es war klar, dass wir eine Hotelübernachtung schenken wollten, aber wo musste das Geburtstagskind erst drehen. Die Scheibe war voll beweglich. Der Frosch ist nur Zierde und ich habe keine Ahnung mehr, weshalb ich fand, dass ein Pfeilgiftfrosch gut zu Sonnenblumen passt…

A spinning wheel which indicated the actual present when spun. We wanted to give a night in a hotel, but the birthday girl had to spin the wheel to determine in which hotel. The frog was just for decoration, but I really don’t remember why I thought a poison dart frog went well with sunflowers…

Diese Windeltorte soll stellvertretend stehen für alle Exemplare, die aus meiner Werkstatt kamen. In diesem Fall fand ich zuerst die Spieluhr mit dem Kölner Stadtwappen, die die Farben vorgegeben hat – rot, gold und weiß. Diese spezielle Torte hat mein Bruder zur Hochzeit bekommen, da seine Frau zu diesem Zeitpunkt hochschwanger war. Am  besten gelungen sind eindeutig die Rosen aus Babysöckchen!

This diaper cake is representing all the cakes I made. In this case the first item I found was the musical clock with the emblem of the city of Cologne, which provided the colors I went with – red, gold and white. This diaper cake was made for my brothers wedding, since his wife was pregnant at the time. The best part were the cute roses made out of baby socks!

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Nur Gutscheine verschenken ist langweilig. In diesem Fall gab es dazu also noch einen Heißluftballon aus einer Papierlampe. Wie sehr oft sind die Materialien dafür komplett aus dem Büro gekommen, weil es sich um ein Geschenk für einen Kollegen handelte.

Gift voucher are so boring, so in this case I made a hot air ballon from a paper lantern to go with it. As in many cased most items are office supplies, as this was a present for a colleague.

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Vor ein paar Jahren bekam die Familie von mir selbst bemalte Tassen. Die Tassen sind schlichte Modelle von Ikea, die ich mit speziellen Stiften für Porzellan in Gold und Silber beschriftet habe. Die Namen habe ich mir in Word  vorgeschrieben und in hübsche Schriftarten umgewandelt und dann freihand abgemalt. Die Idee war zur Abwechslung mal nicht geklaut, wenn auch sicher nicht einzigartig – das habe ich mir mal selbst ausgedacht!

A couple of years ago my family was presented with personalized cups for christmas. The cups were bought at IKEA and I painted the names on them with special markers for china. I wrote the names in Word and changed them to nice fonts, which I then copied freehand onto the cups. This for once was not inspired by something I saw, although it sure isn’t original, but I did come up with the cups by myself.

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Ich arbeite in einer Firma für Projektmanagement und zwei Kollegen haben geheiratet. Die Idee, denen ein paar Bauhelme zu schenken, war also irgendwie naheliegend. Der kleine Zylinder ist aus Filz, die Krone der Braut aus glitzerndem Moosgummi. Die Schnäpse sind mit Heißkleber angeklebt und gingen glücklicherweise einfach wieder ab.

I work in an office for project management and two colleagues got married. So it seemed kind of obvious to gift them two hard hats. The top hat is made from black felt, die little crown for the bride from sparkly foam rubber. I glued the hard liquor on with hot glue, but thankfully they could  be easily removed.

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Das gleiche Brautpaar bekam dann ein Geldgeschenk zur Hochzeit, gesammelt von der ganzen Belegschaft. Oder ein Aquarium, je nachdem, wie man es betrachtet.

The same couple received money from all colleagues for their wedding. Or a fish tank, whichever way you lool at it!

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Und zu guter letzt ein paar Kissen, die ich meinem Freund gemacht habe. Er ist großer Star Wars Fan, was lag also näher, als Leia und Han Solos legendäres Zitat zu verwenden. Die Idee habe ich auf Etsy gefunden, die Motive von einem Bild kopiert. Die Applikationen sind aus braunem Filz ausgeschnitten und dann von Hand aufgenäht worden. Die Kissen sind selbstgenäht und sehen von hinten fürchterlich aus, aber wer guckt schon von hinten auf ein Kissen!

Last but certainly not least the pillows I gave my boyfriend. He is a huge Star Wars fan, so I soon knew I wanted to give him something with the legendary quote from Leia and Han Solo. I found pillows like these on Etsy and copied the pictures. The appliqués are cut from brown felt and were hand sewn to the pillows. The pillows itself were also sewn by me, but they look really bad in the back. But then again, who looks at the back of pillows!

Windel-Eule – Diaper-Owl

Heute mal was ganz anderes…

Manchmal bin ich nicht nur beim Nähen kreativ, sondern auch ganz anders: ich bin eine Basteltante.

3D-Gutscheine, panierte Schnitzel-Gutscheine, Windeltorten, ich hab alles schon gebastelt.

Diese Woche hatte ich wieder die Gelegenheit, mich an einem Geschenk für einen Kollegen, der das zweite Mal Vater wurde, auszutoben. Entstanden ist dabei eine Windeleule:

Die Inspiration habe ich auf Pinterest entdeckt. Körper und die beiden Augen bestehen aus Windeln, umhüllt mit Moltontüchern, die man auf Amazon in allen Farben findet. Das Halstuch und die Socken-Füßchen sind von Babymarkt. Die Augen und Dekorationen auf dem Bauch sind auf dickes Papier gemalt und ausgeschnitten- gut, dass ich von Architekten mit tollen Stiften umgeben bin! Zusammengehalten wird das ganze ausschließlich von Gummibändern und ein bisschen Tesa. Dazu gab es ein passendes Kuscheltier und einen Gutschein.

Mit dem Ergebnis bin ich höchst zufrieden, die gar nicht mal so kleine Eule ist absolut niedlich geworden!

Today I’ve got something quite different.

Apart from sewing I also love crafting in it’s many forms. I’ve made 3D vouchers, covered a voucher in breadcrumbs to make it look like a Schnitzel and build diaper cakes.

This week I got the chance to build something for a colleague who just had his second child: I’ve made a diaper owl.

I was inspired by pictures I found on Pinterest. The body and eyes are made from diapers and are covered in burp cloths (is that what they’re called?), which you can get in almost any colour on Amazon. The little neckerchief and the sock-feet I got from Babymarkt. The eyes and belly decorations were painted on sturdy paper and cut out – luckily I work in an office with many architects, they have so many pretty pens! Everything was assembled using rubber bands and some sticky tape. A cute plush owl and a voucher were added.

I’m very proud how the owl turned out, she is so cute!

Robe a l’Anglaise in Friedrichsfelde

Endlich! Meine Robe a l’Anglaise wurde an diesem Wochenende endlich standesgemäß ausgeführt.

Eher per Zufall hatte ich gesehen, dass das Schloss Friedrichsfelde in Berlin zum 9. Rokokofest einlädt und Gewandete sogar kostenfreie Flanierkarten erhalten können. Also hatte ich mich spontan beworben, eine Karte bekommen und bin mal eben nach Berlin geflogen. Und es hat sich so sehr gelohnt! Während ich diese Zeilen beginne, sitze ich in der Bahn vom Flughafen nach Hause, meine Zehen brüllen vor Schmerzen (ich bin mehr als 12 km flaniert…) und ich will nur noch ins Bett. Aber mein Kopf ist voller wunderschöner Bilder und Erinnerungen!

Das Schloss Friedrichsfelde ist ein kleines, wunderschönes Schlösschen mit einem traumhaften Park, direkt an den Berliner Tierpark angeschlossen. Oder umgekehrt, der Tierpark war ursprünglich wohl mal der Park zum Schloss.

Finally! I took my Robe a l’Anglaise out for a spin!

It was a pure coincidence that I saw an invitation for the 9. rococo festival at Schloss Friedrichsfelde in Berlin. I even managed to get a free ticket for costumers, so I spontaneously flew to Berlin. And it was so worth the trip! While starting this blog post I’m on the train home from the airport, my toes hurt like crazy after strolling for 12 km and all I want is to go to bed. But my head is filled to the brim with beautiful pictures and memories!

Schloss Friedrichsfels is a small, dreamy palace with a pretty park next to Berlin Tierpark.

Schloss Friedrichsfelde, Rückseite (Back view of Schloss Friedrichsfelde in Berlin)

Es gab viel Programm, von Tanz- und Gesangsvorführungen über Fechtkämpfe und Pferdeschauen bis hin zu Erläuterungen über die Lebensart des 18. Jahrhunderts. Das Ganze wurde wunderbar umrahmt von zahllosen Damen und Herren in Gewandungen und Kostümen. Zwar war sehr viel Polyester zu sehen, aber ein paar Damen waren tatsächlich in Schnürbrust und wunderschönen Kleidern da.

The program was very nice with dancing and singing, fencing demonstrations and horse shows and even workshops on how to dress and behave 18th century style. Everywhere you went you could see plenty ladies and gentlemen in costumes and dresses. Most of the costumes were over the top polyester costumes, but some pretty ladies in stays and authentic dresses could be spottet as well.

Gesang und Tanz im Park (Singing and Dancing in the park)

Ich bin den ganzen Tag durch das Schloss und die Parks gestreift und habe so viel wunderbares Feedback zu meiner Gewandung bekommen. Einige Leute haben erkannt, dass ich mich um einen gewissen Grad an Authentizität bemühe und dadurch vom Großteil der Kleider abgehoben habe.

I spent most of the days strolling aroung the palace and gardens, talking to people and getting a lot of lovely feedback on my dress. Some people did recognize that I try to reach some form of authenticity, which made me stand out from most of the costumes.

Shameless Selfie while taking a break from all the strolling I did
Das ganze Ensemble mit unpassenden Schuhen (The entire outfit with the wrong shoes)

Extra für dieses Event habe ich mir noch die 1780er-Kappe aus dem „American Duchess Guide to 18th Century Dressmaking“ genäht. Im Vorfeld hatte ich bei ein paar Damen gelesen, dass die Herstellung der Kappe ewig dauert, aber ich war sicher, dass es schon nicht so schlimm werden würde – es wurde so schlimm. Jedes der sechs Einzelteile der Kappe muss gesäumt werden, mit möglichst feinen Nähten. Meine Nähte sind lange nicht so fein, wie sie sein könnten und doch stecken am Ende ca. 16 Stunden Arbeit drin. Aber ich bin so froh, dass ich die Kappe genäht habe, denn ich kann darin meine kurzen Haare verstecken, sie lässt meinen Platzdeckchen-Hut viel besser aussehen und rundet das gesamte Erscheinungsbild hervorragend ab.

The event was the perfect deadline for me to finally make the 1780s cap from the American Duchess Guide to 18th Century Dressmaking. I read some blogs claiming that sewing this took forever, but I was sure they were overreacting – they weren’t. Each of the six pieces needs to be hemmed with tiny stitches. My hems are nowhere close to be tiny and I still needed about 16 hours of work. But I am so happy that I finished this cap. It hides my short hair, makes my place mat-hat look nicer and adds a lot to the overall look of the ensemble.

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Unmengen an Säumen, auf dem Weg zu einer Kappe a la 1780 (Tons of tiny seams on its way to being a 1780s cap)

Zu der Anleitung im Buch muss ich sagen, dass ich sie nicht verstanden habe. Mir war absolut nicht klar, welche Rüsche wohin kommt und habe es erst kapiert, als ich mir einen Blogeintrag der Dreamstress (Link in Englisch) angeschaut habe. Erst mit ihren Bildern habe ich verstanden, wie die einzelnen Teile zusammengehören.

Der nächste Schritt wird für mich sein, mir jetzt endlich ein paar Schuhe zu gönnen. Das wäre was für den Geburtstag, mal schauen. Und dann  noch ein paar Rüschen für Ausschnitt und Ärmel nähen… irgendwas findet sich irgendwie immer noch, was genäht werden will.

As for the instructions I have to admit that I did not understand them. I just couldn’t figure out how the pieces go together. Only by looking at the pictures from Leimomis (The Dreamstress) blog post I could figure that out.

My next project is finally getting myself the fitting shoes for the period. Maybe for my birthday, we’ll see. And I want to make some ruffles. There’s always something to sew, isn’t it?

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Wenn es möglich ist, möchte ich nächstes Jahr auf jeden Fall wieder nach Berlin fahren. Ich durfte so viele tolle Menschen kennen lernen und hatte einen so traumhaften Tag, dass möchte ich auf jeden Fall wiederholen. Friedrichsfelde, du bist wunderschön!

If possible I would love to return to Schloss Friedrichsfeld next year. I got to know so many lovely people and had such an perfect day, this just needs to  be repeated. Friedrichsfeld, you were amazing!

 

 

 

 

 

Nähen macht glücklich

For English please see below!

Heute ist Freitag, eine Arbeitswoche wie jede andere (außer dieser Höllenhitze natürlich). Gleich ist Mittagspause. Ganz plötzlich ist mir eben ein Gedanke durch den Kopf geschossen: ich habe in dieser Woche an jedem einzelnen Tag ein selbstgenähtes Teil getragen. Kleider, Röcke, Shirts, sogar eine Hose. Das war ganz unbewusst, auch wenn ich morgens beim Anziehen immer kurz denke: ach ja, das hab ich ja selbst genäht. Aber alles, was ich genäht habe, ist wie selbstverständlich in meinen Kleiderschrank aufgenommen worden und jedes Teil ist zu einem Lieblingsteil geworden. Ich schätze, das ist selbstverständlich, denn einer der Vorteile beim Nähen ist ja, dass man Dinge in Farben und Formen näht, die man besonders gerne mag und sich nicht mehr mit Klamotten von der Stange zufrieden geben muss.

Ich lasse mich auch von kleinen Fehlern an meinen Werken nicht davon abhalten, sie zu tragen, der Stolz ist viel zu groß. Mein heißgeliebtes senfgelbes Jerseykleid ist so schlecht genäht, dass ich eigentlich alle Nähte auftrennen und neu machen sollte, aber es ist mir gleich. Jedes Mal, wenn ich es trage, werde ich auf das Kleid angesprochen, weil es eine so tolle Farbe hat und ich mich darin sichtlich wohl fühle.

Meine Näh-Reise macht mich richtig glücklich.

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Today is Friday, a week full of work as many others (except from this hellish heatwave). It’s almost time for lunch break. All of a sudden a single thought crosses my mind: I have worn a selfmade piece every single day of this week. Dresses, skirts, shirts, even a pair of pants. I did this involuntarily, even though each morning when choosing my clothes I thought “oh yes, I made this myself”. But everything I’ve sewn has become an integral part of my closet and each piece has become a favourite item. Well, that’s how it should be, I assume, since sewing means to make things in colours and shapes that you prefer while not having to depend on readymade items.

Even small flaws don’t keep me from wearing my creations; I’m feeling way to proud about them to care. My beloved mustard coloured jersey dress has been sewn so bad that I actually should completely remake all seams, but I cannot be bothered. Every time I’m wearing it I get compliments for the amazing colour and how you can just tell that I love wearing it.

Being on this sewing journey makes me just so happy!

Zwischenstand

Translations can be found in this lovely colour!

Leute,  ich habe so viel genäht! Aber ich hab so gar keinen Elan zum Bloggen, denn dann müsste ich ja noch ordentliche Fotos machen. Also nur einen schnellen Zwischenstand mit einigen schlechten Handyfotos.

Guys, I’ve been sewing so much! But I’m just not in the mood for blogging about it, since then I’d have to take pictures to go along. So for now just a quick overview with some crappy cell phone pictures.

Shirts

Ich habe jetzt zwei Frau Karla von Fritzi Schnittreif genäht und bin in diesen Schnitt komplett verliebt. Da ich Sorge hatte, dass mir die größte angegebene Größe zu knapp wird, habe ich den Schnitt etwas vergrößert und er sitzt jetzt perfekt. Die Frau Karla lebt jetzt einmal in hellblau gepunktet und einmal in dunkelblau mit glitzernden Küssen bei mir. Beides sind eher Freizeit-Shirts, aber ich werde noch einige Versionen machen, die dann auch arbeitstauglicher sein werden. Eine Karla kann ich in einer Stunde entspannt nähen!

So far I made two Frau Karla shirts by Fritzi Schnittreif and really love the pattern. As I was concerned that the larges size would be too tight I slightly enlarged it and it fits perfect now. Frau Karla now lives in my closet in light blue with dots and also in dark blue with sparkly red kisses. I wear them as lounge wear but will make some more versions which will also be work appropriate. It only takes me about an hour to make a Frau Karla!

 

Eine Marisol-Bluse von lillesol&pelle ist ebenfalls entstanden. Auf dem Krabbeltisch bei Stoff & Stil habe ich zwei  Reste erstanden und einer wurde zu dieser Bluse in Rahmschnitzelsoße-Farbe mit schwarzen Punkten. Ich habe die Bluse etwas arg gekürzt. Der Look gefällt mir zwar, aber mein kleiner Speckbauch blitzt ab und zu durch. Aber damit kann ich leben.

Zu guter Letzt habe ich eine Alma-Bluse von Freuleins gemacht. Diese ist aus dem Reststück hauchdünner Jeansstoff von meiner Oma-Rock entstanden, deshalb hatte ich keinen Stoff mehr für Ärmel. Ich hab ein paar Mini-Fledermausärmelchen gemacht, aber ich glaube, die kommen wieder ab, die Alma ist dann halt ärmellos. Ich möchte nochmal eine Alma nähen, dann aber mit FBA, da sie momentan doch recht sackig sitzt.

The next blouse was a Marisol by lillesol&pelle. I found two fabrics in the clearance section at Stoff & Stil and turned on of them into Marisol in a lovely dulce de leche colour with black dots. Overall I shortened the shirt a bit too much. I like how it looks but sometimes my snow white belly peaks out. But that’s okay.

Last but not least I made a Alma blouse by Freuleins. I made it from a scrap of my Grandma-skirt, which is why I didn’t have enough fabric for sleeves. I made some tiny batwing sleeves, but don’t really like the look, so they might get removed, so the shirt will be sleeveless. When I’ll be making another Alma I’ll try it with an fba, as right now it is too lose.

Röcke

Mein erstes Stück nach dem Beginn der ernsthaften Näherei wurde ein Rock mit Kellerfalten in gelb-petrol-blau. Ich mag ihn sehr, er krankt aber daran, dass ich den Bund viel zu weit gemacht habe und er jetzt auf der Hüfte sitzt statt in der Taille, wo ich ihn lieber hätte.

The first skirt I made was a full skirt with box pleats in a lovely pattern in yellow, teal and blue. I really love it even though I made the waistband too wide and now the skirts sits on my hips rather than on my waist.

Aus einem Reststück, das mir eine Freundin geschenkt hat, ist ein Bleistiftrock nach einem Schnittmuster von Stoff & Stil entstanden. Der Zuschnitt war Millimeterarbeit, aber ich musste nur beim Bund innen stückeln, wo man es nicht sieht. Mein besonderer Stolz sind die sehr schön geratenen Ziernähte, die dem Rock einen leichten Hauch von Jeansrock geben. Obwohl weder Muster noch Farben mein Stil sind, trage ich den Rock mit allergrößter Begeisterung.

Mein liebstes Stück ist mein Oma-Rock, der so heißt, weil ihn eine große Spitzenborte ziert, die meinen Freund sofort an eine Oma-Spitzendecke erinnert hat. Es war Liebe auf den ersten Blick, als ich den Stoff gesehen habe. Genäht war er schnell, da ich den Stoff einfach gerafft, mit Reißverschluss versehen und an einen Bund genäht habe, dank der Spitze ist das Säumen entfallen. Auch dieser Rock ist im Bund zu weit, wird aber so hingenommen.

From a jersey-denim-scrap a friend gifted me a made a pencil skirt from a pattern by Stoff & Stil. Cutting it was a precision job, but I only had to patch in the inner waistband, which can’t be seen. What I’m most proud of is the contrasting top stitching, which kind of creates the illusion of a denim skirt. Although I’m not very fond of neither the pattern nor the colour I love wearing it.

My most beloved piece is my Grandma-skirt, which earned the name with its bold lace border, which immediately was dubbed “Grandmas table cloth” by my boyfriend. I fell in love with the fabric the minute I saw it. Making it was very fast and easy. I just gathered the skirt, due to the lace border hemming was not needed. This skirt turned out too wide, too.

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Die Auswahl, die ich bei Myo-Stoffe ergattert habe. Ist dieser Denim mit der Spitze nicht ein Traum?

Kleider

Zuerst ist ein senfgelbes Jerseykleid nach einem McCalls Schnittmuster (7313)entstanden. Die Verarbeitung ist absolut bescheiden, da ich keine Jersey-Nadel hatte und meine Maschine deshalb ständig Stiche ausgelassen hat. Dann habe ich nicht kapiert, wie der Tunnel für den Gummizug genäht werden soll, das Ergebnis sah sch…lecht aus und der Ausschnitt ging mir fast bis zur Brustspitze, weil ich insgesamt zu doof zum Lesen war. Ich hab dann alles wieder aufgetrennt, die Vorderseite neu zugeschnitten, den Gummibund improvisiert und dann die ausgeleierten Ränder mit Schrägband verziert. Nachdem ich dann meine Abneigung, die sich bei der Herstellung entwickelt hat, langsam wieder ablegte, habe ich gemerkt, dass ich das Kleid total toll finde und trage es jetzt sehr gern. Alleine die Farbe macht so gute Laune. Und ich stelle fest, dass Jersey-Kleidung wirklich angenehm zu tragen ist.

The first dress is a mustard-coloured jersey dress after McCalls 7313. The finishing is really crappy since I didn’t have jersey needles and my machine skipped so many stitches. I also didn’t understand how I was supposed to make the casing for the elastic waist so it ended up looking really bad and as I temporarily lost my ability to read I screwed up the entire bodice front. So I unpicked everything, cut a new bodice front and improvised the elastic waistband. After hiding all the wonky seams with bias tape and after letting go of my hatred towards the dress I realized that I really love it. Now I really enjoy wearing it. The colour itself is so gorgeous and makes me happy! Also, wearing jersey is just so comfortable.

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Ein Traum in senfgelb, ein Albtraum bei der Verarbeitung. Der Ausschnitt hat zwischenzeitlich noch Druckknöpfe bekommen.

Aktuell in Arbeit ist ein weiteres Kleid von McCalls (M7081), in hellblau-weiß gestreifter Baumwolle. Es ist ein falsches Hemdblusen-Wickelkleid, das perfekt für den Sommer sein wird. Der Hemdblusen-Teil ist mir richtig gute gelungen, der Kragen sieht richtig gut aus. Aber beim Rock bin ich so verzweifelt, dass ich gestern alles wutentbrannt in eine Ecke werfen musste. Da ich einen kurzen Oberkörper habe, sitzt die Taille des Kleides auf meiner Hüfte, was einfach total dämlich aussieht. Ich muss also den gesamten Rock samt Futter und Reißverschluss wieder abtrennen.  Es sieht so aus, als würde ich es nicht am Freitag auf die Hochzeit meines besten Freundes anziehen.

Right now I’m working on a faux wrap-shirt-dress in light blue and white stripes (McCalls M7081). It’s made from light cotton and will be great for summer. The faux wrap bodice turned out great and the collar is so good! But the skirt is driving me nuts and made me throw everything in a corner yesterday. Since I have a short upper body, which I didn’t consider in the making, the dress waist sits on my hips and looks plain stupid. I’ll have to unpick the entire skirt and zipper. I don’t see me wearing the dress to my best friend’s wedding on Friday, as I planned. 

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Bis hier – super. Ab hier – reinstes Chaos.

Sonstiges

Ich habe meine Näh-Gewichte gemacht und sie sind entzückend, pastellig-bunt und so hilfreich!

Für den Freund und mich sind neue Gewänder fürs Mittelalter entstanden. Eine graue Tunika mit Stehkragen aus Leinen für ihn und ein blutrotes Kleid des 13. Jahrhunderts aus dünner Wolle samt Unterkleid für mich. Beides ist enorm gut geraten! Ich möchte eigentlich nur noch dieses Wollkleid tragen, denn es ist unbeschreiblich bequem. Ich habe noch genug Stoff über, den ich zu einem Herbst/Winter-Rock verarbeiten kann!

The fabric weights are done and are so cute, pastel-coloured and helpful!

For my boyfriend and me I made new garments to wear to medieval festivals. He got a gray tunic with stand-up collar made from linen and for myself I’ve sewn a 13th century dress in oxblood red from an amazing light wool along with the matching undergarment. They both turned out amazing! I want to live in my red dress, it’s just so comfortable! Also, I have enough fabric left to make a skirt for autumn and winter.

Handgenähtes

Aus der Ikea-Bettwäsche Ljusöga entsteht gerade in Handarbeit eine Robe a l’Anglaise, die ich kommenden Sonntag zum Epochenfest in Jülich tragen möchte. Sie muss nur noch gesäumt werden, und dabei stehe ich gerade mit mir selbst in der Debatte, ob ich dafür nicht doch einfach die Nähmaschine auspacke. 10 Minuten Nähmaschinestatt vier Stunden Handarbeit… das klingt gerade sehr verlockend! So ein Saum näht sich halt auch einfach laaaaangweilig.

I’m making a robe a l’Anglaise from the IKEA bedsheet Ljusöga, which I will wear the coming weekend at the Epochenfest in Jülich. It just needs to be hemmed and right now I’m seriously considering to machine sew the hems… that would be so quick and easy. And hand sewing hems is so booooring!

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Boobalicious. That’s what stays do, right?

To Do Liste

English translations can be found below in this lovely color!

Ich habe eine Näh-To-Do-Liste! Kaum habe ich einen schönen Rock genäht tauchen aus allen Ecken die Ideen auf, was ich machen möchte. Deshalb sieht die Liste aktuell so aus:

  • Eine Wolltunika für den Freund. Ich habe ihm bereits drei Tuniken genäht, aber nur eine davon sitzt so gut, dass er sie auch gerne anzieht. Diese eine ist allerdings aus Leinen und da wir am kommenden Oster-Wochenende noch nicht wirklich angenehme Temperaturen erwarten, braucht er etwa wärmeres. Die Wolle kam gestern an, also muss ich heute und morgen das gute Stück anfertigen. Das schaffe ich!
  • Näh-Gewichte. Nachdem ich bei Atelier Nostalgia ihre großartigen Näh-Gewichte aus schottischen Wollstücken gesehen habe, stand sofort fest, dass ich mir auch so welche nähen möchte. Von Mama habe ich eine alte, bunt geblümte Tischdecke bekommen, die sich dafür hervorragend eignet. Das sollte ja fix gehen, ich rechne mit einem Abend.
  • Den neuen Rock anpassen. Ich habe mir einen tollen, noch nicht verbloggten Rock genäht, um endlich damit loszulegen, meine Alltagsgarderobe aufzumöbeln. Die Anleitung habe ich von Meervieke, aber ich hatte kein Bügelflies, um den Bund zu verstärken. Das muss ich noch ergänzen, was allerdings bedeutet, dass ich ein bisschen was wieder auftrennen muss – denn natürlich habe ich ihn trotzdem fertig genäht, um ihn direkt tragen zu können!
  • Jersey-Shirts. Das wird sehr spannend, denn ich habe mich bisher mit Händen und Füßen gegen dehnbare Stoffe gewehrt. Aber da mich eine Kollegin, die man getrost als Näh-Profi bezeichnen kann, unter ihre Fittiche genommen hat, werde ich jetzt von ihr lernen, wie man Jersey verarbeitet. Am Freitag steht ein gemeinsames Nähen an, die Stoffe liegen zu Hause parat und ich bin sehr gespannt. Was sich da für Welten eröffnen, wenn ich dehnbare Stoffe verarbeiten kann!
  • Mantel füttern. Vor zwei Jahren habe ich dem Freund fürs Mittelalter einen wirklich schönen Mantel aus schwarzer Wolle genäht. Die Wolle ist aber nicht so dicht wie erhofft und soll deshalb nachträglich ein Futter bekommen. Mehr als einen Plan habe ich noch nicht, aber ich denke, dass wird auch erst was zum Herbst.
  • Noch ein Rock. Falls ich das noch nicht erwähnt habe: ich liebe Kleider und Röcke, habe aber natürlich nie genug davon. Zu Hause liegen zwei Meter entzückende Baumwoll ein weiß-petrol-schwarz die zu einem Rock verarbeitet werden wollen. Ich sehe einen Tellerrock in meiner Zukunft!
  • Unterrock. Der Petticoat meiner Redingote benötigt einen Unterrock. Man sieht ihn nicht, er wirkt sich vermutlich auch kaum auf das Gesamtbild aus, aber der guten Ordnung halber gehört er zum Ensemble. Mal sehen, ob ich einen passenden Stoff im Vorrat finde. Ist aber nicht dringend!
  • Kleider. Siehe oben: Röcke, Kleider, Liebe. Ich habe mir zwei Schnittmuster gekauft (dieses und dieses) und mir vorgenommen, dass ich mir mindestens eines davon also Belohnung nähen werde, wenn ich Tunika, Shirts, Rock und Näh-Gewichte fertig habe.

Das reicht dann jetzt auch erstmal, oder?

I’ve got a sewing to-do-list! I just successfully finished a cute skirt and right away ideas pop up right and and left on what to make next. So this is my list:

  • A tunic made from wool. I’ve sewn three tunics for medieval markets for my boyfriend but only one of them fits him well enough for him to actually wear. This particular one is made from linen and as the coming easter-weekend won’t have nice temperatures he’s in need of something warmer. The fabric arrive yesterday so I only have today and tomorrow to make it. But I can do that!
  • Pattern-weights. As soon as I saw the cute pattern-weights Atelier Nostalgia made from Scottish wool scraps I knew I wanted to make some, too. I received an old table cloth from my Mum that has a pattern of colorful flowers which I will use. This should be an easy task which I hope I can sew in an evening.
  • Fix my new skirt. I made a cute skirt that I didn’t blog about yet as I want to jazz up my everyday wardrobe. I finished the skirt as I really like how it turned out and wanted to wear it even though I didn’t have fusible bonding tape. Now the waistband is very flimsy and needs to be fixed.
  • Jersey-Shirts. This is going to be interesting, since up until now I refused to work with stretchable fabrics. But now a colleague of mine who is a real pro took me under her wing and will teach me the art of jersey. Come Friday I will turn two really pretty jersey fabrics into shirts and possibly discover new sewing worlds!
  • Line a cloak. Two years ago I made a really nice cloak for my boyfriend for medieval markets. The wool I used turned out to be less dense than I hoped so it needs a lining. So far this is just an idea and I have neither the material nor a strategie. It’s not urgent, though, I think I plan to finish it so the cloak can be worn in the fall.
  • Another skirt. In case I have not mentioned it before: I love skirts and dresses. Of course you can never have enough of them. I already bought a cute light cotton fabric in white, teal and black. Let’s see if it’s enough for circle skirt!
  • Dresses. See above: skirts, dresses, love. I’ve purchased two McCalls patterns (this and this) and my plan is, to sew at least one of them as a reward as soon as I finished the tunic, shirts, skirt and pattern-weights.

That should be enough for now, don’t you think?

 

1790s Redingote – Fotos

The English translation can be found in this lovely color!

Sie ist fertig, mit allem drum und dran!

Und ohne weiteres Drumherumreden gibt es jetzt endlich auch die Bilder!

She is done with all the bits and bobs to go along!

An without further ado here are the pictures!

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Tatsächlich kann ich gar nicht viel dazu sagen, denn aktuell überwiegt der Stolz,das Projekt so beendet zu haben, dass ich tatsächlich sehr zufrieden bin. Ich sehe jetzt schon diverse Dinge, die ich anpassen oder verbessern könnte, aber das ändert nichts daran, dass ich wirklich finde, dass mir hier ein sehr gutes Erstlingswerk gelungen ist.

Right now I actually don’t have a lot to say about this as I’m just focussing on being proud to have finished this project in a way that makes me very happy. Yes, I already find many bits that I could improve but I think nonetheless that I did a good job here.

Das Ensemble besteht nun aus den folgenden Dingen:

  • Chemise (Unterkleid)
  • Halbversteifte Schnürbrust
  • Eine Tasche zum Umbinden
  • Ein Hüftpolster
  • Der weiße Rock
  • Die Redingote
  • Ein Hut
  • Ein Muff (der entzückend ist, es aber irgendwie auf kein Bild geschafft hat)

Seit dem letzten Tragen an Karneval ist die Tasche neu hinzugekommen, die ich aus einem alten Geschirrtuch meiner Großtante gemacht und so zugeschnitten habe, dass die Stickerei mit ihren Initialen erhalten geblieben ist. Eine zweite Tasche ist schon zugeschnitten und muss nur noch genäht werden.

Den weißen Rock habe ich um eine Rüsche erweitert, da ich noch einen schmalen Stoffstreifen vom Rock über hatte. Den habe ich halbiert und hatte so nach dem Zusammennähen einen Stoffstreifen von sechs Metern Länge, den ich VON HAND umgenäht habe. Dieses Umnähen hat mich glaube ich mehr Zeit gekostet als die Herstellung der Redingote, aber ich bin enorm froh, dass ich es gemacht habe, denn ich finde, dass der Rock mit der Rüsche viel besser aussieht und dem ganzen Ensemble eine etwas verspieltere Note gibt.

The entire ensemble consists of the following pieces.

  • a chemise
  • half-boned stays
  • a pocket to tie around the waist
  • a false rump
  • a white petticoat
  • the redingote
  • a hat
  • a muff (which is so cute but for some unknown reason did not end up on the picures)

After I wore it on carnival I made the pocket from an old dishcloth that belonged to my great-aunt. I cut it so that you can see here embroidered initals. A second pocket is already cut, but still needs to be sewn.

I added a large ruffle to the petticoat as I had a long strip of fabric left. I cut it in half and sewed it so that I had a strip of fabric of six meters (6,5 yards) which I hemmed BY HAND. In the end this ruffle alone cost me more time than the redingote itself, but I’m so happy that I added it since I like the petticoat much better with it. This frilly bit adds so much to the petticoat!

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Die Redingote schließt mit Haken und Ösen, da ich das Zusammenstecken mit Nadeln zwar hinbekomme, aber mir das Risiko mich bei Bewegungen zu stechen, doch zu groß war.

Am Hut bin ich ernstlich verzweifelt. Der ursprüngliche Plan war es, einen schmaler werdenden Zylinder zu machen, aber mein Geometrie-Wissen ist offensichtlich komplett verschwunden und ich war auch nach zig Versuchen nicht in der Lage, die entsprechende Form zu machen. Der nächste Versuch, der schon auf den letzten Drücker geschah, sah das Umarbeiten eines Strohhutes in eine Bergère vor, was aber unglaublich zeitaufwändig war. Kaufen konnte ich so kurzfristig keinen mehr, aber nach ein bisschen Brainstormen mit Mama und ein paar Tipps aus dem Kostüm-Internet haben wir ein Platzdeckchen umgebastelt, das eine halbwegs brauchbare Bergère abgibt und farblich auch noch gut passt. Ja, knallgelb war im ausgehenden 18. Jahrhundert eher nicht die Farbe der Wahl (oder Machbarkeit) für Strohhüte und generell passt ein Strohhut nicht zu einer Redingote, aber irgendwas musste ich nun mal auf dem Kopf haben.

The redingote closes with hooks and eyes. I can manage to close it with pins but it feels much securer with the hooks and I don’t need to be afraid to prick myself when moving.

The hat made me go almost insane. My intention was to make a slanted top-hat but everything I learned in school about geometry just went out the window and I really was not able to recreate the shape I wanted. So I went for a sun hat off of Amazon but sewing the round hat in a bergère shape turned out to be so time consuming and it was two days prior to the event already. Buying was not an option due to the lack of time but after some brainstorming with my Mom and a bit of searching through costume blogs we went through her drawers and found a place mat! I added some ribbons and stitched some shape into it and in no time had a had that at least resembled a bergère hat! It doesn’t really match a redingote and I’m pretty sure bright yellow straw was not a thing in the 18th century but I couldn’t go „topless“, so I made do.

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Die Bilder sind wie geplant bei strahlendem Sonnenschein auf der Burg Gollenfels in Stromberg, meiner Heimat entstanden. Zu Ehren des 225. Todestags des Lieutenant J. L. von Gauvain wurde an diesem Tag von einem Husarentrupp ein Kranz niedergelegt und auch ich habe ein paar Blumen mitgebracht. Passenderweise haben die Husaren ihren Kranz auch in Blau und Gelb gehalten, der so ganz wunderbar zu meiner Gewandung gepasst hat! Mein tiefster Dank für die schönen Bilder geht an meinen Papa. Papa, ich glaube, mit den nächsten Kleidern komme ich wieder nach Hause, damit du sie fotografierst!

Jetzt brauche ich nur noch Tipps, was es hier so an Renaissance-Festen gibt, wo ich den ganzen Aufmarsch anziehen kann. Hat jemand Ideen? Und falls sich jemand wundert: Das nächste Kleid steht schon in den Startlöchern, wird wieder 18. Jahrhundert, aber leichter, so dass es eher für wärmere Temperaturen taugt. Bis die Nähnadel glüht!

As I planned we took the pictures on Gollenfels castle (which is actually a ruin) in my hometown Stromberg. In this place, 225 years ago, a young lieutenant by the name of J. L. van Gauvain fought a superiority of French soldiers in such a heroic manner that they build a monument to remember him. A force of hussars layed down a wreath and I also brought some flowers. It was a perfect coincidence that we all decided on the colors blue and yellow which fit perfectly to my garment! For the pictures I have my Dad to thank – I will definitely be back for pictures with the next robe I’ll be making!

Now I’m looking for some hints to some renaissance festivals so I can wear everything again soon. Also: yes, I already have plans for another robe and it will be 18. century again. Does the term „Ikea-dress“ ring a bell?

Sneak Peek

Jetzt sieh sich einer das an….

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Das ist ja ein fertiges Kleid!

Man kann hier zwar noch nicht alles sehen, aber bis ich ein paar gescheite Fotos habe (Das Fotoshooting mit Papa ist schon vereinbart) muss das ausreichen.

Übrigens: dank eines Kollegen hatte das Kleid bereits einen großen Auftritt, denn mit Kompass, Fernrohr und Dreispitz ergibt es einen wunderbaren Kapitänslook zu Karneval!


Now would you look at that – it’s a finished dress!

Of course course you can’t see all of it, but until I have better pictures (and I already planned a foto shooting with my Dad) this shall be enough.

Also, thanks to a colleague the dress already had an outing. Together with a compass, a telescope and a tricorn it makes for a perfect captains outfit for carnival!

Fortschritt

Na endlich, ich habe Fotos vorzuzeigen!

Deshalb geht’s ohne große Worte direkt los.

I’ve got pictures to show, so here we go!

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Eine Chemise – ganz simpel, was soll man noch groß sagen. Außer: die Ärmel bekommen noch Bündchen und sie ist mein erstes, komplett handgearbeitetes Stück. Und das erste, bei dem ich immer gucken muss, was innen und außen ist, weil ich die Nähte so schön ordentlich gearbeitet habe!

First up is my chemise. Very simple, so what else can I say. I will make cuffs for the sleeves. And did I mention that this is the first piece ever that is entirely hand sewn by me? I even have to check which is the inside when putting it on since I finished the seams so nicely!

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Tadaa, meine Schnürbrust. Nein, sie ist nicht schön. Durch das Vernähen der Kanäle mit der Nähmaschine am Ende gibt es lauter kleine „Fadenansammlungen“, ein händisches Vernähen wäre sehr viel ordentlicher geworden, da ich ja unbedingt Kontrastnähte wollte. Die Nähte sind nicht gerade, weil ich einfach kein Profi mit der Nähmaschine bin und einige Stäbchen habe ich nur mit reichlich Kraftaufwand überhaupt in die Kanäle bekommen, weil ich sie zu eng genäht habe. Das Schrägband ist ein Grauen, es um die Zaddeln zu nähen war ein Lernprozess. Auch wenn es wirklich alles andere als schön ist, gibt es aus Realitätsgründen eine Großaufnahme:

There they are – my stays. No, they’re not pretty. By sewing back with my sewing machine I created little „lumps“ of thread, as I insisted on having the seams in contrasting colors. Also, the seams are wonky, as I really am no expert on the sewing machine. I had to force some bones into the tunnels as some seams turned out to crooked. The binding is horrible and it was a learning experience to sew it around the tabs. But even to it looks so bad I will give you a close up:

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Hier kann man sowohl die blöd vernähten Fäden als auch das Schrägband und die krummen Nähte sehen.

You can see where I finished the stitching ugly as well as the binding and the wonky seams.

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Ja, ich habe mittendrin die Richtung der Schnürung geändert – reine Unfähigkeit meinerseits. Dafür finde ich aber meine handgearbeiteten Schnürlöcher toll – wobei es noch reichlich zu verbessern gibt, unter anderem sind die Löcher viel zu klein geraten und ich habe zu viele nach unten hin gemacht.

Fazit zur Schnürbrust: sie tut was sie soll. Sie ist nicht schön, aber sie ist Unterwäsche und man wird sie unter allem anderem eh niemals sehen. Sie sitzt gut und macht mit meinem Oberkörper wundersame Dinge, die ich mag. Werde ich eine neue machen? Auf jeden Fall! Werde ich die nächste ganz von Hand nähen? Gut möglich!

Above you can see that I changed the direction of the lacing in the middle – mainly out of stupidity. But I do like the eyelets, even though they also could be improved a lot. They turned out too narrow and I made to many of them.

Conclusion of the stays: they work. They aren’r pretty, but after all they are underwear and won’t be seen later. They fit and do wondrous thing to my torso, which I really like. Will I make new stays? Definitely! Will I sew them by hand? Probably!  

Hier mein heißgeliebtes Hüftpolster. Oder Popopolster. Es zaubert an beidem reichlich dazu. 🙂

This is my beloved bum roll. And adds a lot to the bum and hips and I like it!

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Und zu guter letzt das ganze Ensemble mit meinem frisch fertig gestellten Rock. Der eigentliche Mantel ist schon in Arbeit und ich hoffe, dass ich ihn hier auch bald vorstellen kann!

And last but not least the entire ensemble with my newly finished petticoat. I’m already working on the rédingote and hope I will soon be able to present it here!